

TORBOLE
Die
Ortschaft ist der Hauptort der Gemeinde Nago-Torbole und liegt an der gleichnamigen
Bucht auf dem Ostufer des Sees. Wer von Nago kommt, hat längs der Straße,
die mit steilen Kehren zu See hinabführt, ein Schauspiel von unglaublicher
Schönheit vor Augen.
Die Dächer der Häuser, die am Ufer dichter zusammenstehen, heben
sich vom Grün der Felder ab und zeigen so einen farblichen Kontrast gegenüber
dem Wasser des Gardasees, der die blauen Töne des Himmels spiegelt.
In Torbole wurde eine denkwürdige Seite der Seekriegsgeschichte des 15.Jhs.
geschrieben. Im Mai 1440 dachten sich die Venezianer ein geniales Täuschungsmanöver
aus mit dem Ziel, das Ufer zu entsetzen, das damals in der Hand der Visconti
war, und den Mailänder Druck auf Brescia zu lockern; das Manöver
glückte, überraschte die Feinde und führte zu einer verheerenden
Niederlage.
Sie fuhren die Etsch stromaufwärts mit einer Flotte, die dann auseinandergenommen
und von hunderten von Stieren bis nach Torbole transportiert wurde, wo sie
die Balken wieder zusammensetzten, die dann im Wasser bald der Einheiten der
Visconti Herr wurden. Am Ende des Sommers 1786 hielt Goethe sich zu Beginn
seiner Italienreise in Torbole auf und hinterließ in seinen Schriften
ein eindrucksvolles, lebhaftes Bild des Ortes, das noch heute die beste Werbung
für die große deutsche Kundschaft ist.
Unter den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Torbole ist der Goethe-Erinnerrungsstein
mit dem Bildnis des Dichters, der am Gebäude mit Laubengasse angebracht
ist, in dem er übernachtete, außerdem die Büste an der Uferpromenade.
Die Pfarrkirche S. Andrea ist in drei Schiffe geteilt und enthält einen
wertvollen hölzernen Chor. Aber das künstlerisch bedeutendste Stück
ist mit Sicherheit das phantastische Gemälde G.B. Cignaroli aus dem 16.
Jh., auf dem das Martyrium des Hl. Andreas dargestellt ist. Ein schöner
Ausflug führt zu den Ruinen des Castel Penede, das im 18. Jh. zerstört
worden ist und einst Besitz der Grafen Arco, dann der Castelbarco und der
Republik Venedig war.
Ein Motiv, das die Naturinteressierten und Geologen begeistert, kann man an
den Kehren der Straße sehen, die nach Nago führt. Die sogenannten
Kessel der Giganten sind das sichtbare Zeichen von umfangreichen eiszeitlichen
Erosionsvorgängen, als ein schier endloser Gletscher diese Gegend bedeckte.
Die Kessel sind eigentlich nichts anderes als brunnenförmige Auswaschungen,
die von Steinbrocken und Felsblöcken in den Fels gegraben wurden, die
beim Herabfallen von oben im Wirbel kreisten.
Als letztes, aber nicht unwichtigsten Aspekt, muss man die Bedeutung Torboles
für den Segelsport erwähnen, die der Ort dank der guten und konstanten
Winde hat, die in diesem Teil des Sees wehen.
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