

SALÒ
An
einem malerischen Golf in der Mitte der Brescianer Küste gelegen, hat
Salò ein besonders mildes und ausgeglichenes Mikroklima. Dieses wird
durch die natürliche Begrenzung gegen Norden begünstigt, die der
Monte San Bartolomeo bietet und die ein unüberwindliches Hindernis für
kalte Luftströme darstellt.
Von Abhängen mit reicher, überwiegend mediterraner Vegation umgeben,
bietet Salò schöne Ausblicke auf den Golf und auf das Massiv des
Monte Baldo, der oft schneebedeckt ist. Der römische Ursprung des Ortes
wird durch die zahlreichen archäologischen Funde belegt, die aus dem
antiken Salodium stammen. Dieser alte Name ist vielleicht von einem Salzlager
abgeleitet, das in römischer hier angelegt wurde, aber man denkt auch
an einen aus einer nichtindoeuropäischen Sprache abgeleiteten Namen,
den der Ort wegen seiner Bedeutung als Durchzugsplatz in die Poebene und nach
Norden gehabt haben könnte.
Im 14.Jh. wurde die Stadt der Hauptort eines Gebietes, das als Riviera von
Salò bekannt ist. Im 15.Jh. beginnt Beatrice della Scala die Erneuerung
der mittelalterlichen Stadtmauer. Später gehört Salò zum
Gebiet der Republik Venedig, dies bis 1797. Von Bonaparte seiner Autonomierechte
entkleidet und zu Beginn unseres Jahrhunderts durch ein Erdbeben schwer geprüft,
wurde Salò von 1943 bis 1945 Haupstadt von Mussolinis Repubblica Sociale
Italiana. Die Stadt streitet mit Polpenazze um Gasparo da Salò, einen
berühmten Lautenmacher, der die Geige verbesserte und dessen Familie
aus der Stadt in der Valténesi stammte.
Zu den weiteren berühmten Persönlichkeiten aus der Gegend zählen
der Schriftsteller Silvan Cattaneo (16. Jh.), der Maler Sante Cattaneo (1739-1819),
bekannt als "Santino"; der Musiker Marco Enrico Bossi (1861-1925);
das Akademiemitglied Mattia Butturini (1752-1819); der Maler Angelo Landi
(1879-1944) und Antonio Scaino, Autor einer Abhandlung über das Ballspielen
(1524-1612).
DER DOM
Unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt ist vor allem der
Dom zu nennen, der zu den wichtigsten Kultgebäuden des gesamten Gardaseeraumes
zählt. Er zeigt gotischen und Renaissancestil und wurde, wie aus einer
gut lesbaren Inschrift hervorgeht, 1453 an der Stelle einer alten Kirche begonnen,
von der nur der untere Teil des Glockenturms erhalten ist. Er wurde der Hl.
Maria Assunta geweiht und von Filippo delle Vacche errichtet, der auch den
Bau der Kuppel in gotisch-venezianischem Stil leitete, der sich an die der
Kirch S. Anastasia in Verona anlehnt.
Die unvollendete Backsteinfassade ist einfach und wird durch vertikale Elemente
unterteilt. Das Marmorportal ist in Renaissancestil und zeichnet sich durch
Skulpturen von Antonio della Porta und Gasparo da Cairano aus, die es auch
entworfen haben. Über dem Portal zeigt die Fassade eine große Runde
Öffnung, die von einem dreieckigen Giebel umgeben ist. Das geräumige
Innere wird durch Säulen, die dekorierte Bögen tragen, in drei Schiffe
geteilt. Die Seitenkapellen wurden im 15. Jh. von S. Carlo Borromeo hinzugefügt.
Das Innere der Kuppel ist ein Meisterwerk der Architektur und zeigt Fresken
Palmas des Jüngeren mit den vier Evangelisten.
Unter den zahlreichen Kunstwerken ist außerdem das hölzerne Kruzifix
zu nennen. Diese Arbeit aus dem Jahre 1449 ist ein Werk des Johannes von Ulm,
bekannt als Johannes Teutonichus.
Die Statuen am Hauptaltar stellen den auferstandenen Christus und die Jungfrau
auf dem Thron dar und sind ein Werk des Mailänder Künstlers Pietro
Bussolo. Die grandiose Orgel geht auf die erste Hälfte des 16. Jhs. zurück
und wurde von den Brescianern Giovan Giacomo und Gian Francesco Antegnani
gebaut. Später, um 1600, bemalte Palma der Jüngere deren Anten.
Von diesem Maler sind außerdem drei Gemälde zu sehen, eine Heimsuchung,
eine Verkündung und eine Himmelfahrt Mariä. Unter den weiteren Gemälden
im Dom sind zu erwähnen ein Hl. Antonius von Padua, die Madonna, die
Hl.Bonaventura und Sebastian von Gerolamo Romanino; eine Pietà und
ein Hl. Hieronimus von Zenon Veronese; ein Polyptichon von Paolo Veneziano;
Jungfrau und Engel sowie die Anbetung der Hl. Drei Könige von Andrea
Celesti. Ein Paradies von Malosso befindet sich in der Sakramentskapelle.
Unter den Skulpturen sticht eine hölzerne Gruppe hervor, die die Kreuzabnahme
darstellt und von einem unbekannten Tiroler Künstler des 16.Jhs. geschaffen
wurde.
Die alte Stadtmauer aus dem 13. Jh., die von den Scaliger errichtet wurde,
zeigt heute lediglich zwei Tore, die den Zugang zum historischen Ortskern
ermöglichen. Das Burgtor wird vom Uhrturm überragt, der zentral
auf einer Brüstung aufsitzt. Die typische Piazza della Vittoria öffnet
sich auf die Seeuferpromenade mit schönem Ausblick, wo auch das Rathaus
liegt, ein Renaissancebau des Sansovino, von dem man heute den Nachbau sehen
kann, der nach dem Erdbeben von 1901 errichtet wurde.
Der Palazzo della Magnifica Patria (16. Jh.) war Sitz der Statthalter der
Riviera von Salò zur Zeit der Venezianischen Republik; heute ist dort
das Atheneum von Salò, das im 16. Jh. gegründet wurde, sowie das
Museo del Nastro Azzurro, in dem Zeugnisse aus der Zeit Napoleons und aus
dem Ersten Weltkrieg gesammelt sind.
Im Ortsteil Barbarano finden wir den Palazzo Martinengo, der im 16.Jh. vom
Grafen Sforza-Pallavicino errichtet wurde.
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