

RIVA DEL GARDA
Riva
del Garda blickt auf das Nordende des Gardasees, der sich hier zu einem engen
Fjord zwischen den Bergen verengt, und befindet sich im südlichen Teil
des unteren Sarcatals. Sein Stadtbild ist das eines typischen kleinen Zentrums,
von dem aus die umliegenden Ländereien verwaltet werden. Seine Lage ist
einzigartig, an der Kreuzung zwischen wichtigen Fernstraßen.
Die Landschaft von Riva del Garda wird von den felsigen Ausläufern der
Rocchetta und der Silhouette des Monte Brione bestimmt, der es von der Sarcamündung
trennt, der der wichtigste Zufluss des Gardasees ist.
Die Umgebung ist typisches Alpenvorland und stellt den Übergang zu den
Dolomiten dar, die nur wenige Kilometer entfernt sind. Blicken wir auf dem
See nach Süden, so sehen wir links die gezackte Silhouette des Monte
Baldo, der im Vordergrund den hohen Gipfel des Monte Altissimo di Nago zeigt.
Der Ort zeigt stark gegensätzliche Landschaft und Klima. Erstere ist
entschieden alpin, während das milde Klima und die reiche Vegetation
typisch für das Mittelmeergebiet sind. Das Klima ist ausgeglichen und
zu jeder Jahreszeit angenehm, vor allem in den normalerweise besonders kalten
Monaten. Wegen dieses überraschenden und angenehmen Paradoxes, das für
das ganze Ufer des Gardasees charakteristisch ist, gilt Riva del Garda als
einer der wichtigsten Ferien- und Urlaubsorte der Gegend. Vor allem bei den
deutschsprachigen Touristen beliebt, wird der Ort an Wochenenden von Autos
mit Tiroler oder bayerischen Kennzeichen überschwemmt. Hochgeschätzt
von Goethe, Nietzsche und Mann, wird die Stadt von Deutschen, Österreichern,
Schweizern und Holländern besetz, die hier die Ruhe finden, die von diesen
großen Schriftstellern beschrieben wird.
Die steife Brise, die hier oft weht, macht den Ort für Surfer und Segelbegeisterte
besonders attraktiv. Das Landesinnere ist besonders reich an Vegetation: Olivenbäume,
Weinreben, Oleander, Agaven, Palmen und viele andere Arten.
In der Geschichte finden wir erste Spuren in römischer Zeit, als hier
eine Genossenschaft von Fährschiffern ihren Sitz hatte, die das gesamte
Seegebiet bedienten. Im Hochmittelalter gibt eine erste Erwähnung in
einem Diplom aus ottonischer Zeit (10.Jh.), als die Stadt zur Zeit der curtis
regia vom Bischof von Verona regiert wird. Später kam sie in Besitz des
Bischofs von Trient (11. Jh.) und war eine blühende Handelsstadt mit
wichtigen Messen und Märkten. Ab dem 14. Jh. stand sie unter der Herrschaft
der Scaliger, der Visconti aus Mailand und schließlich der Republik
Venedig, wo sie bis zum Ende des 16.Jhs. verblieb. Einmal von den Franzosen
zu Beginn des 18.Jhs. besetzt, wurde sie mehrfach von Bonaparte eingenommen,
gehörte dann zu Bayern, zum Königreich Italien, zu Österreich-Ungarn,
um dann endgültig 1918 nach dem Sieg im Ersten Weltkrieg in den italienischen
Staat eingegliedert zu werden.
Der historische Ortskern von Riva zeigt viele Gebäude in lombardisch-venenianischem
Stil, während die beeindruckende Piazza delle Erbe eine für die
Städte des Triveneto typische Struktur hat. Es gibt viele kulturelle
Attraktionen, Musik- und Folkloreveranstaltungen. Eine davon ist die "Notte
di Fiaba", bei der die kleine Stadt sich in ein malerisches, farbiges
Bild mit Feuerwerk, Fackelzügen und Darbietungen unter freiem Himmel
verwandelt.
Der Ortskern umgibt den alten Hafen, der von der Piazza Catena und der Piazza
III Novembre mit der beeindruckenden Torre Apponale begrenzt wird. Dieser
Turm wurde im 13. Jh. aus großen Steinblöcken errichtet und im
15-16. Jh. mit einer Krönung versehen, die auf dem Balkon aufsitzt und
zweibogige Fenster hat, um Gewicht zu sparen. Wahrzeichen von Riva del Garda
ist der Turm mit dem typischen Engel, der sich im Wind dreht. Der Palazzo
Pretorio ist aus dem 14. Jh. und hat eine Vorhalle mit steinernen Bögen,
in der Zeugnisse der römischen, veronesischen und venezianischen Zeit
gesammelt sind. In der Nähe ist das Rathaus, das vor dem 13. Jh. errichtet
wurde und von den Venezianern in der 2. Hälfte des 15. Jhs. erneuert
wurde. In seinen Räumen residierte der Statthalter der Lagunenstadt.
Die Festung zeigt eine ähnliche Architektur wie die von Sirmione und
ist ein mächtiger rechteckiger Bau mit Ecktürmen, Bergfried und
einem seitlichen Hof mit Laubengang. Ihre Ursprünge gehen auf das 12.Jh.
zurück, aber sie wurde im 14.Jh. von den Veronesern neu errichtet, von
den Venezianern im 15.Jh. umgebaut und unter dem Bischof von Trient und den
Österreichern erneut verändert. Das Gebäude ist vollständig
vom Wasser umgeben, so dass man es nur über eine Zugbrücke erreichen
kann.
Im Inneren ist das Stadtmuseum untergebracht, das archäologische Zeugnisse
aus dem oberen Gardaseegebiet und der Val di Ledro enthält. Die Fundstücke
gehen z.T. bis auf die Vorgeschichte zurück; besonders interessant sind
die Materialien, die in einer Pfahlbausiedlung an den Ufern des Lago di Ledro
gefunden wurden, die Zeugnisse aus der Römerzeit, die paläontologischen
Funde, die Zeugnisse der Volkskunst.
Die Pfarrkirche der Assunta ist aus dem 18.Jh., hat eine elegante dreistöckige
Fassade mit Nischen, Statuen und einem schönen Portal. Das barocke Innere
zeigt einen sehr schönen Hauptaltar und gute Malereien von Künstlern
des 18.-19.Jhs., darunter vor allem O.B. Cignaroli, O. Craffonara und O.B.
Piazzetta. Ein weiteres interessantes Gebäude ist die Chiesa dell'Inviolata
auf dem 17.Jh., wo sich Gemälde von Palma dem Jüngeren und Fresken
von T. Turri und P. Ricchi befinden.
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