

LIMONE SUL GARDA
Und
das bedeutet "Grenze". Noch heute ist nördlich von Limone die
Provinzgrenze zwischen Brescia und Trient, aber die Streitigkeiten zwischen
den lombardischen und den Trientiner Geschlechtern, bei denen es um den Besitz
des Binnensees ging, beginnen schon im 13. Jh., als Brescia seine Souveränität
über dieses Gebiet, die von den Grafen von Arco bestritten wurde, mit
Waffengewalt verteidigen musste. Schon im 15. Jh. wurde Limone seiner Fischwirtschaft
wegen immer berühmter, in der die Gardaseeforelle eine wichtige Rolle
spielte, und die Fischerei war die Haupttätigkeit der Einwohner, die
sie bis vor wenigen Jahrzehnten ausübten, als sich der Tourismus als
Haupteinnahmequelle verbreitete.
Vor kurzem (Ende April-Anfang Mai 1985) kam man auf einem internationalen
Ärztekongress, der in dem Städtchen stattfand, zu überraschenden
Ergebnissen, was den Einfluss angeht, den das Klima von Limone auf den menschlichen
Körper haben soll. Der Slogan "In Limone lebt man länger
"
scheint also durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt zu werden,
die im Blut einiger Einwohner Proteine nachgewiesen haben, die Arteriosklerose
und Herzinfarkten vorbeugen. Von den berühmten Einwohner Limones sei
Daniele Comboni genannt, ein Missionar, der im vorigen Jahrhundert in Afrika
gewirkt hat und der der Gründer der Figli del Sacro Cuore und Limone
sul Garda ist ein wichtiger Ferienort im oberen Bereich des westlichen Gardagebietes
und gilt als eine der Perlen des Gardabeckens. Seine Berühmtheit verdankt
er der außergewöhnlichen Umgebung, Landschaft und den zahlreichen
Aussichtspunkten, die alle gut zum "Klima der Oliven" passen. Die
Landschaft ist besonders durch das intensive Blau des Sees gekennzeichnet,
durch einen fast immer heiteren und klaren Himmel, der sich in eine Umgebung
einfügt, die ähnlich beeindruckend ist wie die der nordischen Fjorde.
Dies alles hat schon immer Schriftsteller und Kulturschaffende angezogen,
die in Limone nach Inspirationen für ihre Werke gesucht haben, vor allem
Goethe, aber auch Ibsen und Lawrence.
Limone sul Garda ist ein gut ausgestatter, gastlicher Urlaubsort. Die natürliche
Herzlichkeit und sprichwörtliche Höflichkeit seiner Einwohner sind
ein weiterer Grund für den touristischen Aufschwung des Ortes. Das milde
Riviera-Klima, dessen positive Auswirkungen bis zum nördlichen Ende des
Sees zu spüren sind, ist besonders angenehm und einladend, vor allem
für die zahlreichen Touristen aus Nordeuropa, die den Ort förmlich
besetzen. Die üppige, blühende mediterrane Vegetation reicht bis
in diese Breiten und zeigt für diese Gegend wirklich unübliche Arten
wie Palmen, Zedern, Olivenbäume, Schlagwald und die Zitronen, die nicht
fehlen dürfen.
Wer eine etymologische Verbindung zwischen der Zitrone (limone) und dem Ortsnamen
herstellen wollte, der macht wohl einen Fehler: Limone scheint vom lateinischen
"limen" herzurührender Suore della Nigrizia ist.
Der alte Ortskern von Limone zieht sich von den Zitronengärten zur Uferpromenade
herab und zeigt enge Gassen und typische Stellen wie z.B. den kleinen Hafen,
wo Vergnügungsboote und die traditionellen Fischerboote liegen. In der
Pfarrkirche S. Benedetto aus dem 17.Jh. findet sich u.a. ein Altarbild eines
holländischen Meisters des 16.Jhs., zwei Bilder von Andrea Celesti mit
der Anbetung der Hl. drei Könige und dem Mahl des Levi, sowie das Gnadenbild
der Hl. Jungfrau, eine Holzfigur aus dem Quattrocento. Es gibt außerdem
viele Villen und herrschaftliche Häuser in venezianischem Stil, die das
Stadtbild beleben. Erinnert sei auch an die kleine Kirche S. Rocco aus dem
14.Jh., in der sich ein Altarbild befindet, das N. Grisiani zugeschrieben
wird (18.Jh.).
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