

GARGNANO
Gargnano
befindet sich an einer sehr engen Stelle im See vor den Brescianer Alpen und
gegenüber vom Monte Baldo. Die reiche Vegetation und die Zitronengärten
sind Zeichen eines milden Klimas, das Gargnano zu einem besonders beliebten
Urlaubsort macht.
An historischen Zeugnissen gibt es einige Inschriftsteine aus römischer
Zeit, der Ort ist schon seit dem 3.Jh. v.Chr. besiedelt.
Der Ort hat einen kleinen Hafen für Vergnügungsfahrten, während
die traditionelle Fischwirtschaft fast völlig aufgegeben worden ist.
In Gargnano befinden sich die Feltrinelli-Villen: eine davon, im Ortsteil
San Faustino, geht auf das Ende des vorigen Jahrhunderts zurück, und
dort wohnte Mussolini während der Zeit der Republik von Salò.
Die zweite Villa war Sitz des Sekretärs dieser Republik.
Am Seeufer befindet sich die Kirche S. Giacomo dei Cali, eine der ältesten
auf der westlichen Seite des Gardasees. Es handelt sich um ein romanisches
Gebäude des 12. Jhs. mit unregelmäßig geformten Blöcken
in der Fassade, die von einem hochragenden Glockenturm überragt wird.
Auf der Außenseite an der Längswand kann man noch Fresken des 14.
Jhs. sehen, auf denen der Hl. Antonius zwischen dem Hl. Paulus und einem Evangelisten
dargestellt ist, außerdem der Hl. Antonius von Padua und der Hl. Christoph
mit dem Jesuskind auf der Schulter.
Die Kirche S. Francesco, vielleicht vom Hl. Franziskus gegründet, ist
aus der 2.Hälfte des 13. Jhs. und hat eine einfache Fassade mit Eingangstor.
In einer Nische finden wir die Statue des Hl. Antonius (14. Jh.). Im Innern
befindet sich ein Gemälde des 16.Jhs. von Andrea Bertanza, auf dem der
Hl. Stefan dargestellt ist, und weitere Bilder lombardischer Künstler
aus derselben Zeit. Auf der Nordseite der Kirche ist eine Skulptur, die das
Wunder der Wunden Christi darstellt, während einige Fresken aus dem 13.-14.Jh.
im Inneren des Glockenturms gefunden worden sind.
Der Kreuzgang zeigt eine Abfolge von Bögen, die zum Teil kuriose und
ungewöhnliche Formen zeigen, die aus der maurischen Architektur entlehnt
sind. Die Säulenkapitelle sind mit Orangen und Zitronen verziert, als
wollten sie die Tradition bestätigen, nach der dieses Obst im Gardagebiet
eben von den Franziskanern eingeführt worden ist.
Die Pfarrkirche S. Martino aus dem 11.Jh. hat eine Fassade mit einer Säulenvorhalle;
im Innern ein Gemälde aus venezianischer Schule des 17. Jhs., von einigen
der Werkstatt des Veronese zugeschrieben; es stellt das letzte Abendmahl dar.
Im Ortsteil Villa di Gargnano befindet sich die Kirche San Tommaso Apostolo;
im Innern sind einige wertvolle Kunstwerke, darunter eine Holzfigur, die den
Hl. Carolus Borromäus darstellt, außerdem ein Fresko aus der 1.
Hälfte des 16. Jhs. Vom Kirchplatz aus hat man eine herrliche Sicht auf
Gargnano und den See. In einem nahegelegenen Kloster befindet sich ein Bild
von Andrea Celesti (Verkündigung).
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