

GARDA
Am
östlichen Seeufer finden wir den gleichnamigen Ort, Garda. Die reiche
Landschaft macht ihn zu einem der beliebtesten Ausflugsziele des gesamten
Garda-Gebietes. Die kleine Stadt liegt an einer breiten Bucht unterhalb der
Burg und wird von der schönen Punta San Vigilio abgeschlossen, die eine
Art Ausläufer des Monte Baldo ist und in den See hineinragt. Im Norden
geht sie weiter mit der herrlichen Baia delle Sirene, einer romantischen kleinen
Bucht voller Vegetation. Der natürliche Schutz durch die umliegenden
Höhen führt zu einem milden Mikroklima, das Garda zu einem Luftkurort
wie nur wenige andere gemacht hat. Reiche kunsthistorische Schätze, dazu
die Schönheit von Villen und herrschaftlichen Häusern machen aus
Garda ein besonderes Touristenzentrum, das auch durch die guten Unterbringungsmöglichkeiten
und seinen Service besticht.
Die Ursprünge Gardas gehen auf die Vorgeschichte zurück, wobei die
erste Siedlung aus Pfahlbauten bestand. Später wurde es eine Römerstadt
und behielt eine gewisse Berühmtheit auch unter den Langobarden und Franken.
Unter veronesische und später venezianische Kontrolle gelangt, war die
Stadt über Lange Zeit Sitz der Giudicaria Gardense, einer Verwaltungsbehörde,
die auch einen Großteil des Landesinneren verwaltete. Der venezianische
Einfluss ist im Palazzo dei Capitani del Lago zu verspüren, einem Gebäude,
das auf der Vorderseite mit kleinen Fenstern mit kleeblattförmigen Bögen
verziert ist und das durch die niedrigen Laubengänge im Erdgeschoss auffällt.
Der Palast, der einst am später zugeschütteten Hafen lag, blickt
auf die Piazzetta Civettuola, die normalerweise voller Touristen ist, die
am Kaffeetisch sitzen.
Venezianischer Einfluss wird auch noch im Palazzo Fregoso aus dem 14.Jh. deutlich,
der heute eine schöne Fassade mit zweibogigem Fenster in der Mitte über
dem Bogen hat.
Der ehemalige Palazzo Carlotti ist ein Gebäude mit wertvollen Renaissance-Formen,
das einst durch einen schönen Park am Seeufer verschönt wurde. Was
vom Palast noch zu sehen ist, zeigt den typischen Stil, den ihm wahrscheinlich
der Renaissance-Architekt Michele Sanmicheli verliehen hat. Auch die Loggia,
einst Dock und Belvedere dieses Wohnhauses zeigt den eindeutigen Einfluss
dieses großen venezianischen Architekten. Nicht weit vom Ort liegt am
See die Villa Canossa, ein Juwel der Renaissance-Architektur, das im 16. Jh.
errichtet und im 19. Jh. wiederhergestellt wurde und noch heute das ihm verliehene
Aussehen bewahrt.
Ein anderes großartiges Herrenhaus ist die Villa Albertini. Das Gebäude
mit Ursprüngen im 15.-16. Jh. wurde im 18. Jh. gründlich umgebaut.
Sein typischer Eindruck ergibt sich aus der Mischung von verschiedenen Stilen,
und zwar aus den zinnenbewehrten Ecktürmen und aus den klassischen Elementen
in der Art des Palladio wie z. B. der Fassade mit dreieckigem Giebel. Auf
der Punta San Vigilio befindet sich die Villa Guarienti aus dem 16. Jh., die
von Agostino Brenzone errichtet wurde. Die Loggia in italienischem Stil wird
hingegen dem Sanmicheli zugeschrieben.
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