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DESENZANO DEL GARDA

Die Stadt zeigt zwei völlig verschiedene historische Siedlungsschichten, was in den bemerkenswerten archäologischen Zeugnissen zum Ausdruck kommt. Skulpturenteile, Freskenreste und andere Fundstücke bieten neben den vielen Räumen des archäologischen Komplexes die Gelegenheit zu einem historischen Ausflug auf der Suche nach früheren Zeiten. Wenn wir die Stationen nennen wollen, die man auf jeden Fall gesehen haben muss, so sind dies: der große Olivenwald, die Straße mit den kleinen Geschäften, der große Pfahl, das dreibogige Paradiesfenster, die Höhle des Pferdes, die Halle der Giganten, die doppelte Kryptoportikus, das Bad, das Schwimmbad und die Zisterne (die wahrscheinlich zu einem größeren Thermenkomplex gehörten). Das milde Mikroklima erlaubt die Entwicklung einer Vegetation mit Arten, die eher für die mediterranen Breiten typisch sind wie Lorbeer, Oliven, Palmen und Oleander. In der Umgebung gibt es ein weites Hügelland, das ideal für den Weinbau ist, vor allem für den Lugana und den Tokayer. Dank dem milden Klima ist Desenzano ein beliebter Urlaubsort, das ganze Jahr über Ziel von Touristen. Im Ort ist ein funktionstüchtiger Jachthafen für die Schifffahrt auf dem See, außerdem ist er optimal an das Straßennetz angebunden. Im Ortskern ist die Piazza Malvezzi, die reich an schönen Gebäuden ist. Am alten Hafen in der Stadt sind die Laubengänge des ehemaligen Rathauses, das von Giulio Todeschini errichtet wurde. Im Hintergrund des Platzes mit dem Denkmal von Angela Merici (15.-16. Jh.) befindet sich die mittelalterliche Burg (14.-15. Jh.), die auf den Resten des römischen Castrum steht, von dem noch mächtige Mauern und Türme zu sehen sind.
Die Pfarrkirche S. Maria Maddalena geht auf das 16. Jh. zurück und wurde vom Architekten Giulio Todeschini errichtet. Das dreischiffige Innere zeigt unter anderem ein letztes Abendmahl des Tiepolo, Malereien von Zenon Veronese, Celesti und anderen Meistern. Im Palazzo Bagatta ist eine Kreuzabnahme zu sehen, wahrscheinlich ein Werk Palmas des Jüngeren. Die Römerzeit in Desenzano wird auf unvergleichliche Weise durch die römische Villa des 3.-4.Jhs. dargestellt, die in den Zwanziger Jahren gefunden worden ist. Dank der Überreste kann die Raumabfolge vom Oktogon zum Peristyl und zu den verschiedenen Sälen mit Apsiden, zum Nymphäum, zur Bibliothek und bis hin zum Tablinum rekonstruiert werden. Das wichtigste Zeugnis sind die beeindruckenden Fußbodenmosaiken, die allegorische Szenen darstellen, geometrische Motive, sowie Jagd- und Fischereiszenen, die sich durch lebendige Farbgestaltung auszeichnen.

ANTIQUARIUM

In einem Gebäude in unmittelbarer Nähe der römischen Villa ist ein Antiquarium untergebracht, in dem zahlreiche Fundstücke gesammelt sind, die aus dem Borgo Regio stammen, einem der ältesteten Teile der Kleinstadt, und die wahrscheinlich zu einem römischen Gebäude gehörten. Unter den ausgestellten Funden sind Skulpturen, Lampen, Amphoren, Bronzeutensilien, Architekturteile, Reste einer Balustrade, kleine Mühlsteine. Im Einzelnen handelt es sich um einen kleinen Bacchus des 1.-2.Jhs. n.Chr., Kopie eines griechischen Originals, die Büste eines Jugendlichen mit Kranz (4.Jh. n.Chr.), einen dekorierten Glasball und Teile von Fußbodenmosaiken. Längs der Gärten an der Uferpromenade ist der sogenannte Sarkophag der Atilia Urbica zu sehen, eine Urne aus weißem Stein mit Deckel aus rotem veronesischem Marmor, der mit Reliefs und Inschriften geschmückt ist. Zeugnisse römischer Präsenz in Desenzano sind außerdem ein Gebäude mit Apsis aus der 2. Hälfte des 4.Jhs. und eine Konstruktion mit sogar fünf Fußbodenmosaiken, die einander überdecken und ins 1.Jh. v.Chr. und 1.Jh. n.Chr. datiert werden können.

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