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BARDOLINO

Als renommierte Sommerfrische an der veronesischen Riviera di Garda zwischen Lazise und Garda verdankt Bardolino seine Berühmtheit vor allem dem gleichnamigen D.O.C.-Wein, der in einer eng umgrenzten Gegend und in ausgewählten Weinbergen produziert wird.
Außer den Weinreben erstrecken sich bis zum Horizont üppige Olivenbäume, die ein raffiniertes, kostbares Öl produzieren. Das Klima ist das ganze Jahr über mild und läßt den Ort zu einem beliebten Ziel von zum großen Teil deutschsprachigen Touristen und Urlaubern werden.
Die historischen Ursprünge Bardolinos reichen wahrscheinlich bis zu einer Pfahlbausiedlung zurück, in der Rätier wohnten, die dann unter römische Herrschaft kamen. Im Mittelalter (12. Jh.) war Bardolino eine freie Stadt und dann lange Zeit von den Scaligern aus Verona abhängig.
Der Stadtteil Cisano liegt an der Straße nach Lazise. Er ist wegen der romanischen Kirch S. Maria berühmt, einem Bau aus dem 12. Jh., dessen Ursprünge aber bis ins 8.Jh. zurückreichen. Interssant ist der Aufbau der Fassade mit einem zweibogigen Fenster und einer Art kleiner Vorhalle auf Säulen vor der Eingangstür. Architektonisch interessant sind auch der Glockenturm und das Äußere der Apsis. Die wiederholten Umbauten im Inneren haben leider dazu geführt, dass das ursprüngliche Aussehen sich stark verändert hat.
In Bardolino gibt es die Kirche S. Severo, Ausdruck der romanischen Architektur im Gebiet von Verona. Das Gebäude, ursprünglich aus dem 13. Jh., ist zu altem Glank zurückgekehrt, und zwar dank mühevoller Restaurierungsarbeiten, die den Verfall aufgehalten haben, der bereits in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts eingesetzt hatte.
Heute stellt die Kirche einen hervorragenden romanischen Komplex dar, der durch den harmonischen Aufbau der dreigeteilten Apsis hervorsticht, außerdem durch die einfache Fassade mit einer kleinen Vorhalle über dem Eingang und den Glockenturm mit Spitzdach. Das Innere ist dreischiffig und mit einem romanischen Freskenzyklus geschmückt. Die Fresken geben Geschichten aus der Apokalypse wieder und zeigen einen Malstil mit veronesischen, venezianischen und deutschen Elementen. Unter den anderen Kirchen sticht die Kapelle von S. Zeno hervor, die im 8.-9. Jh. entstanden ist und als ein hervorragendes Beispiel karolingischer Architektur gilt. Es handelt sich um ein Bauwerk mit einem einzigartigen kreuzförmigen Grundriss, das in der Ausführung der Kapitelle eine offensichtliche Verwandtschaft mit lombardischen Werkstätten verrät, die im Gebiet von Venedig tätig waren, und wahrscheinlich mit Meistern aus Como zu identifizieren sind.

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Bardolino